Der Zimmermann ist der Fachmann fürs Holzhaus schlechthin
Der Zimmermann, offiziell heißt er heute Zimmerer/in, ist wohl der älteste Bauhandwerker und sicher auch der vielseitigste. Während der Maurer früher nur die Wände eines Hauses bauen konnte und immer auch einen Zimmermann für den Dachstuhl brauchte, konnte dieser im Prinzip ein ganzes Haus bauen. Auch heute noch könnte ein Zimmermann – sieht man einmal von der Haustechnik ab – ein komplettes Haus bauen, denn auch der Innenausbau, Türen und Fenster lassen sich ja komplett aus Holz herstellen, welches der Zimmermann auf vielerlei Weise zu bearbeiten versteht.
Während man auf den Maurer beim Hausbau notfalls verzichten konnte, war der Zimmermann gerade auch früher unentbehrlich: Es wurde sehr viel Fachwerk gebaut, das bei einfachen Häusern, z.B. auf dem Land, gar nicht ausgemauert, sondern mit Flechtwerk und Lehm ausgefacht wurde, was keine Fachmann erforderte, sondern notfalls auch vom Bauherrn selbst und seinen Freunden und Verwandten erledigt werden konnte. In holzreichen Gegenden baute der Zimmermann sogar das komplette Haus – natürlich ein Holzhaus. Dass die alten Zimmerleute das gut verstanden und darüber hinaus wussten, wie man Holzkonstruktionen auch ohne Chemie gegen die Witterung schützen kann, zeigen jahrhundertealte Holzhäuser, die heute noch in einwandfreiem Zustand und ohne Einschränkung bewohnbar sind.
Wie ausgreift die Zimmermanskunst schon seit langem ist, zeigt sich auch daran, dass die alten Verbindungstechniken heute allenfalls aus Kostengründen durch rationellere Lösungen ersetzt werden, auf keinen Fall jedoch weil sie ungeeignet wären. Während man gerade beim ökologischen Bauen seine alte Kunst wieder entdeckt, ist der Zimmermann aber durchaus auch mit der Zeit gegangen: Er bearbeitet heute seine Hölzer mit computergesteuerten Maschinen und setzt neue Holzbautechniken wie etwa Leimbinder ein, die diesem uralten und wunderbaren Baustoff neue und ungeahnte Möglichkeiten eröffnen. Und auch heute noch ist jeder Zimmermann stolz auf sein Handwerk und trägt in aller Regel seine Kluft, die traditionelle Arbeitskleidung, die nicht nur schick aussieht, sondern auch sehr zweckmäßig ist.
Kategoriezuordnung: Holz als Baustoff





