Was hat das Zimmer mit dem Zimmermann zu tun?
Heute versteht man unter dem Wort „Zimmer“ eigentlich jeden Raum, der Wohnzwecken oder feineren Arbeiten, wie etwa Bürotätigkeiten dient. Man wundert sich auch, was das Zimmer wohl mit dem Zimmermann zu tun hat, der ja eigentlich eher im Freien und nicht im Zimmer arbeitet.
Das Wort „Zimmer“ ist mit dem englischen Wort „timber“ und dem althochdeutschen „timbar“ für Bauholz verwandt und bezeichnet ursprünglich einen Raum, der in Blockbauweise errichtet wurde. Da die Blockbauweise sehr aufwändig ist, wurden oft nur ebenerdige Wohnräume auf diese Weise hergestellt und daher waren diese Räume eben die Zimmer. Das Tätigkeitswort „zimmern“ bezeichnet ursprünglich das Herstellen der Eckverbindungen bei der Blockbauweise und regional wird sogar heute noch in der Fachsprache der Zimmerleute die Eckverbindung beim Blockbau, der so genannte Schrof, als „Zimmer“ bezeichnet.
War ein Zimmer beheizbar, wurde daraus eine Stube. Diese Wort hängt etymologisch mit dem englischen Wort „stove“ für Ofen zusammen. Früher hatten Häuser oft nur einen einzigen Raum, beim Blockhaus also ein Zimmer, welches dann als „Gaden“ bezeichnet wurde. Später teilte man den Schlafbereich mit einer Bretterwand ab und nannte ihn Kammer. Auch Schlafkammern im Dachgeschoss sind ja keine Zimmer im alten, ursprünglichen Wortsinn weil sie nicht in Blockbauweise errichtet sind. Als später auch Küche und Wohnraum getrennt wurden, war die traditionelle Dreiteilung „Stube, Kammer, Küche“ entstanden, die man bis vor gar nicht so langer Zeit noch statt „Zwei Zimmer, Küche, Bad“ als Umschreibung für eine Zweizimmerwohnung mit Küche und Badezimmer benutzte.
Kategoriezuordnung: Holz als Baustoff · Artikel erstellt am: 12.12.2009





