Ziegel: die Entwicklung bis zum modernen Vollziegel
Der Ziegel ist einer der ältesten, von Menschen verwendeten Baustoffe. Seine Urform ist der ungebrannte Lehmziegel, der bereits in der Jungsteinzeit, auf jeden Fall jedoch von den Assyrern und Sumerern verwendet wurde. Im alten Ägypten wurden Ziegel aus Nilschlamm geformt und ein Baumeister entdeckte, dass man sie mit Stroh oder anderen Pflanzenfasern verstärken kann.
Gebrannte Ziegel wurden möglich, als man den Ziegelmeiler erfand, der in manchen Weltgegenden noch heute verwendet wird. Er erzeugt jedoch viel Ausschuss und so waren Brennöfen, vor allem solche, in denen die Ziegel im Durchlauf gebrannt werden, ein großer Fortschritt. Ein weiterer großer Sprung für den Ziegelbau war die Erfindung des Strangpressverfahrens, nach dem auch heute noch moderne Hohlblock-Ziegel hergestellt werden.
Bis weit in die Neuzeit hinein gab es lediglich Vollziegel, die man auch als Backsteine bezeichnet. Im 20. Jahrhundert wurden Verfahren entwickelt, mit denen man Ziegel als Hohlblocksteine herstellen kann, was zunächst nur bei Betonsteinen im Hausbau möglich war. Dadurch wurde der Ziegel auch von seinen Wärmedämmeigenschaften her konkurrenzfähig.
Ziegel wurden und werden auch gerne zusammen mit Holz verbaut. Beim Fachwerkhaus besteht das tragende Gerüst aus Holzbalken, die Gefache dazwischen werden mit Ziegeln ausgemauert. Aber auch wer ein richtiges Holzhaus bevorzugt, muss auf Ziegel nicht ganz verzichten, sondern kann sie zum Beispiel bei den Außenanlagen, für den Sockel oder im Innern für einen offenen Kamin verwenden.
Kategoriezuordnung: Baustoffe · Artikel erstellt am: 01.10.2009





