Kniestock: mehr Wohnfläche im Dachgeschoß

Von einem einem Kniestock im eigentlichen Sinne spricht man, wenn im Dachgeschoss eines Hauses die Sparren des Dachstuhls nicht auf der Außenkante der Decke aufliegen, sondern die seitliche Außenwand ein Stück über die Fußbodenhöhe des Dachgeschosses hinausreicht. Bei der praktischen Ausführung wird bei gemauerten Häusern mit dem Mauern auf dem Fußboden des Dachgeschosses genauso begonnen wie bei einem Vollgeschoss, nur dass eben die Seitenwände nur bis zur Kniestockhöhe gemauert werden. Auf dem Kniestock wird dann die Fußpfette des Dachstuhls aufgelegt. Selbstverständlich lässt sich ein solcher Kniestock genauso auch bei einem Holzhaus realisieren.

Der Kniestock sorgt bei einer gegebener Firsthöhe nicht nur für eine flachere Dachneigung, sondern schafft vor allem zusätzliche nutzbare Fläche im Dachgeschoss. Die eigentliche Grundfläche des Dachgeschosses wird dadurch zwar nicht größer, der Bereich, welcher Stehhöhe aufweist, jedoch schon. Die Kniestockbauweise ermöglicht es also, bei gegebener Grundfläche des Dachgeschosses mehr Wohnfläche zu gewinnen.

Ebenfalls oft als Kniestock bezeichnet wird eine senkrechte Verschalung, die unter der Dachschräge eines Hauses mit herkömmlichem Dach angebracht wird. Ein solcher Kniestock trennt jedoch lediglich den engen Winkel zwischen Dachschräge und Fußboden ab, so dass eine Stellfläche für halbhohe Möbel| wie etwa Kommoden entsteht. Dadurch lässt sich der Raum zwar besser nutzen, doch wird im Gegensatz zu einer echten Kniestock-Konstruktion keine zusätzliche nutzbare Fläche gewonnen

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