Traditionelle Zimmerkunst: Die Holzrahmenbauweise

Die Holzrahmenbauweise ist wie die Holzständerbauweise eine traditionelle Bauweise von Holzhäusern jedoch jünger als diese. Man bezeichnet die Holzrahmenbauweise auch auch als Stockwerkbau, wohingegen die Ständerbauweise als Geschossbau bezeichnet wird.

Typisch für den Holzrahmenbau ist, dass die Ständer nicht durch die gesamte Höhe der jeweiligen Wand reichen, sondern durch waagerechte Hölzer unterbrochen sind. Eine Wand in der Holzrahmenbauweise stellt, wie der Name bereits sagt, eine Rahmen dar. Dieser Rahmen besteht aus einem unteren waagerechten Holz, der Schwelle, den darauf stehenden senkrechten Ständern und einem oberen waagerechten Holz, dem Rähmholz.

Diese Rahmen können in der Werkhalle des Zimmermanns oder früher auf dem Abbundplatz vormontiert werden. In gewisser Hinsicht stellt die Holzrahmenbauweise also eine Vorstufe des Fertigbaus dar. Tatsächlich ist die beim Bau von Holz-Fertighäusern übliche Holztafelbauweise eine Weiterentwicklung der Holzrahmenbauweise.

Da jede Wand in Holzrahmenbau ein in sich stabiles Element darstellt, ist auch das ganze Stockwerk in gewisser Hinsicht eine statische Einheit und kann andere Abmessungen als das darüber beziehungsweise darunter liegende haben. Wo diese Möglichkeit in der Praxis genutzt wurde bzw. wird, kragt im allgemeinen das obere Stockwerk über das untere aus. So konnte man zum Beispiel in engen, mittelalterlichen Städten in den oberen Stockwerken etwas mehr Platz gewinnen ohne die Gasse vor dem Haus noch enger zu machen.

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Kategoriezuordnung: Holzbau · Artikel erstellt am: 26.12.2009